In den vielen Jahren voller gesellschaftlicher und politischer Veränderungen arbeitete der Verband stets engagiert für die Anerkennung und den Status von hauswirtschaftlichen Fachkräften in Privathaushalten, in Pfarrhaushalten und in Betrieben.

1907
Am 11. Juni 1907 handeln zwei Dienstmädchenvereine erfolgreich den Zusammenschluss zu einer bundesweiten Arbeitnehmerorganisation aus. Führende Männer der Gründertagung des fortan unter dem Namen “Verband der Katholischen Dienstmädchenvereine in Deutschland” bestehenden Vereinigung sind Prälat Ernst Albert Stumpf, Stadtdekan von Karlsruhe, und Geistlicher Rat Rudolf Bruckmayer, Präses der Marienanstalt in München und Präses der katholischen Dienstmädchenvereine. Fünfzehn Dienstmädchenvereine schließen sich am Gründungstag zusammen. Die Gründungsmitglieder kommen aus Frankfurt, Heidelberg, Karlsruhe, Mannheim, Offenburg, Pforzheim, Tauberbischofsheim, Willingen, München (gleich vier Vereine), Straßburg, Offenbach am Main und Wiesbaden.  
Bereits am 22. März 1907 meldet sich die zukünftige Verbandszeitschrift “Haus und Herd.  Organ für katholische Dienstmädchenvereine” mit ihrer Urausgabe zu Wort. Erscheinungsweise zweimal monatlich.
Zehn Jahre später hatten sich dem Verband bereits 107 Dienstmädchenvereine angeschlossen.

1914
1914 gründet sich unter der Vorsitzenden Olga Friedemann der Königsberger Hausfrauenbund als Arbeitgebervereinigung. Dieser bemühte sich mit großer Sorge um die Ausbildung hauswirtschaftlichen Nachwuchses. Der Hausfrauenbund versuchte hauswirtschaftliche Organisation auf Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite an einen Tisch zu holen, um gemeinsam die Ausbildung zu ordnen und zu vereinheitlichen. Hier trat der bkh mit auf den Plan und arbeitete intensiv mit bei der Erstellung von Unterlagen zur Einführung einer systematischen Lehrausbildung mit Abschlussprüfung und der Erwirkung einer landesweiten Gültigkeit über Gespräche mit politische Vertretern.

1919
Erster Verbandstag nach dem 1. Weltkrieg: Der Verband wird gründlich reformiert, um auf arbeitsrechtliche und soziale Probleme besser reagieren zu können.
Verbandsvorsitz und Geschäftsführung übernimmt mit Hauswirtschaftslehrerin Anna Nieder erstmalig eine Frau. Die gebürtige Bexbacherin vertritt die Interessen des Verbandes gegenüber Behörden, Ministerien, Ämtern und Kommissionen von 1919 bis 1953 tatkräftig.
Satzungsmäßig vertretungsberechtigt ist weiterhin der Verbandspräses.

Während des Dritten Reiches (1919 -1945) war das berufs- und sozialpolitische Wirken des Verbandes insgesamt recht lahmgelegt. Besonders die Inflationsjahre 1921 – 23 beschreibt Anna Nieder als schwierig. Öffentliche Tätigkeiten waren untersagt. Man fand sich zu heimlichen Treffen zusammen.
Neben vielen Erschütterungen bringt das Ende des ersten Weltkriegs aber eine wichtige positive Änderung: das Ausnahmerecht der Gesindeordnung wird endlich aufgehoben und ein Hausangestelltengesetz vorbereitet. Hierfür hat sich der bkh stark gemacht. Viele weitere hauswirtschaftliche Vereinigungen erhoben sich damals gegen die Gesindeordnung.  Das “Ausnahmerecht” hatte nämlich Missbrauch jeglicher Art Tür und Tor geöffnet: Dienstboten wurden unangemessen lange und bei unbestimmten Verrichtungen ausgebeutet, ohne Recht auf Freizeit oder Urlaub, ohne gesetzlichen Schutz, ohne Rechte. Brutalitäten wie auch sexueller Missbrauch mit anschließender Vertreibung waren oft anzutreffen.

Anna Nieder verfolgt auch ihr wichtiges Anliegen um die berufliche Ausbildung weiter:

1924
In intensiver und guter Zusammenarbeit mit Vorsitzender Olga Friedemann vom Hauswirtschaftsbund entsteht in Königsberg / Ostpr. eine Prüfungsordnung für hauswirtschaftliche Lehrlinge. Diese wurde vom damaligen “Hauptausschuß für hauswirtschaftliche Berufsbildung” mit Sitz in Berlin anerkannt und für das gesamte Reichsgebiet als gültig erklärt. Mit den neu geschaffenen Unterlagen wurde zeitgleich in ca. 80 Städten an einer Einführung der hauswirtschaftlichen Lehre gearbeitet.

1941 
Durch Erlass des damaligen Reichsministers wird eine verbindliche Prüfungsordnung für Hausgehilfinnen erlassen. Diese fußte auf dem ostpreußischen Vorbild aus Königsberg / Ostpr., an dessen Erarbeitung der bkh maßgeblich beteiligt war. 

1953
Den Wiederaufbau nach den Kriegswirren nimmt der bkh zum Anlass, seine Identität und Arbeitsinhalte zu bestimmen. Auf der Arbeitstagung im Vorjahr stellte Anna Nieder deshalb die Frage: sind wir ein rein kirchlicher Standesverband oder ein echter, unabhängiger Berufsverband.  Die überwiegende Mehrheit kam zu der Überzeugung: wir sind kein kirchlicher Verband, wir brauchen einen sauberen, unabhängigen Berufsverband und zwar unter Führung einer Berufsangehörigen.  Die Hausgehilfin soll “nicht mehr betreutes Objekt, sondern vielmehr handelndes Subjekt sein”.
Der Verband gibt sich den neuen Namen „Berufsverband der katholischen Hausgehilfinnen in Deutschland“. In der neuen Satzung wird offiziell festgelegt, dass die Verbandsleitung künftig in den Händen der organisierten Frauen liegt. Der bisherige Verbandspräses wird zum ‚Geistlichen Beirat‘.
Marianne Wilke wird neue Bundesvorsitzende und Geschäftsführerin im bkh und ist, im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin Anna Nieder, satzungsmäßig vertretungsberechtigt (1953 – 1971).

1954
Am 8. März 1954 gelingt unter der damaligen bkh-Vorsitzenden Marianne Wilke im engen Schulterschluss mit weiteren hauswirtschaftlichen Interessensvertretungen die ministerielle Anerkennung des Lehrberufs “Geprüfte Hauswirtschaftsgehilfin”. (Link zur 32. Sitzung des 2. Deutschen Bundestags, S. 1519 ff))
Verhandlungspartner sind Bundesarbeitsminister Anton Storch (CDU) und Abgeordnete Döhring (SPD).

An den Verhandlungen über die Anerkennung des Lehrberufs „Geprüfte Hauswirtschaftsgehilfin” waren folgende hauswirtschaftlichen Interessensvertretungen beteiligt:

1. der Deutsche Hausfrauenbund, Berufsverband der deutschen Hausfrau, Frankfurt am Main;
2. die Hausfrauenvereinigung der katholischen deutschen Frauenverbände, Berufsorganisation für katholische Hausfrauen, Köln;
3. die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Hausfrauenfragen im Deutschen Evangelischen Frauenbund;
4. die DAG, Fachgruppe Gehobene hauswirtschaftliche Berufe, Hamburg;
5. der Berufsverband katholischer Hausgehilfinnen in Deutschland, Sitz München;
6. der Bund der deutschen katholischen Jugend, Haus Altenberg;
7. der Evangelische Verband weiblicher Jugend Deutschlands.
Der DGB hat an den Verhandlungen teilgenommen, konnte sich aber nicht entschließen, der Anerkennung, soweit Familienhaushalte in Betracht kommen, zuzustimmen.

Die Anerkennung des Berufs „Geprüfte Hauswirtschaftsgehilfin” für das Bundesgebiet vom 8. März 1954 durch den Bundesminister für Arbeit war akut notwendig geworden, nachdem der Verwaltungsausschusses des Landesarbeitsamtes Nordrhein-Westfalen im Frühjahr 1953 beschlossen hatte, die weitere Vermittlung weiblicher Jugendlicher in hauswirtschaftliche Lehrstellen durch die Arbeitsämter einzustellen, weil eine rechtliche Regelung für die hauswirtschaftliche Lehre fehle und keine bindenden Vorschriften für die Arbeits- und Lohnverhältnisse der Hausgehilfinnen beständen. Dadurch sah sich der bkh in der Pflicht zum Wohle der hauswirtschaftlichen Beschäftigten schnellst möglich eine Lösung zu finden.

In die Unterlagen zur Anerkennung des Lehrberufs wurden die Erfahrungen und Vorlagen der vergangenen drei Jahrzehnte eingebracht. Das Engagement von Anna Nieder und Marianne Wilke um die Hauswirtschaft und insbesondere im Rahmen der Berufsbildung war so herausragend, dass Anna Nieder als persönliche Anerkennung das Preußische Verdienstkreuz, das Bayerische Ludwigskreuz und 1954 schließlich noch das Bundesverdienstkreuz erhält. Auch Marianne Wilke wird auf dem Bonner Verbandstag 1955 durch Bundesarbeitsminister Storch besonders gewürdigt.

1958 
Am 1. April 1958 wird mit der Hausfrauenvereinigung des Katholischen Deutschen Frauenbundes für Hausangestellte in Familienhaushalten auf der Landesebene Bayern der erste Mantel-Rahmen- und Lohntarifvertrag abgeschlossen und beim Landesministerium für Arbeit eingetragen. Damit beginnt ein jahrelanger Kampf um die Tariffähigkeit des bkh.

1958-1964
Der bkh erkämpft sich das Recht, Tarife im Sinne einer Gewerkschaft, aber ohne Streikbarkeit, auszuhandeln. Geklagt hatte die NGG (Gewerkschaft Nahrung – Genuss – Gaststätten). Der Rechtsstreit geht bis zum Bundesverfassungsgericht – mit höchst positivem Ausgang für den bkh. Am 6. Mai 1964 gibt der erste Senat des Bundesverfassungsgerichts der Verfassungsbeschwerde statt. Die NGG unterliegt mit ihrer Klage. Mit seiner Unermüdlichkeit, seine Belange im Sinne der hauswirtschaftlichen Beschäftigten in Privathaushalten durchzusetzen, hat der bkh damals einen Präzedenzfall geschaffen, auf den man sich bis heute beruft, wenn es darum geht, zu begründen, dass der Begriff Gewerkschaft im Sinne des § 2 Abs. 1 des Tarifvertragsgesetzes nicht nur kampfwillige Organisationen umfasst. 
Link zum Nachlesen: Rechtsstreit um Tariffähigkeit oder Download als pdf.

1960
Bei der Neufassung des Jugendarbeitsschutzgesetzes im Jahr 1960 erwirkt Marianne Wilke, dass auch die in der Hauswirtschaft beschäftigten Jugendlichen unter den Geltungsbereich des Gesetzes fallen.

1961 
Unter dem Motto “Hausgehilfinnen helfen sich selbst” wurde im Juli mit dem Bau des Notburga-Altenheims in München, Dantestr. 25, begonnen. 300 Kolleginnen hatten über 50.000 DM gesammelt um das Projekt zu verwirklichen. Hinzu kamen Zuschüsse von öffentlichen Stellen. Um öffentliche Mittel zu erhalten gründeten die die Münchener Gruppen im bkh den gemeinnützig tätigen “Sozialausschuss der katholischen Hausgehilfinnenvereine in München e. V. “. Mitglieder der Münchener Gruppen waren danach automatisch Mitglied im Sozialausschuss.

1963 
Einweihung des Notburga-Altenheims mit ca. 200 Wohneinheiten am 26. Mai. Jede Bewohnerin lebt nach eigenem Stil und ist gleichzeitig für andere da. Ein ganz moderner Ansatz damals schon. Das Notburgaheim und das später gebaute Zitaheim sind Eigentum der Münchener Gruppen. 

1965
Für hauswirtschaftliche Arbeitnehmerinnen in Privathaushalten wird der erste Mantel-Rahmentarifvertrag auf Bundesebene und der dazu gehörende Lohntarifvertrag verankert. Tarifpartner auf der Arbeitgeberseite sind: die Gemeinschaft Hausfrauen – Berufsverband des Zentralverbands katholischer Frauen- und Müttergemeinschaften Deutschlandes e.V. (zum 01.01.1965) und die Hausfrauenvereinigung des Katholischen Deutschen Frauenbundes e.V. (zum 01.05.1965) –  eingetragen beim Bundesministerium für Arbeit.

1967 
Bau des Münchener Zitaheims, einem Alten- und Pflegeheim in der Zwillingsstraße 4 mit 195 Einzelzimmern. Auch hier brachten Mitglieder der Münchener Gruppen im bkh privates Vermögen ein, das durch öffentliche Gelder ergänzt wurde. Es lebte der Gedanke, jede kümmert sich um ihre eigene Zimmernachbarin und somit ist allen geholfen und alles bezahlbar.

1969
Es gelingt dem bkh zusammen mit weiteren hauswirtschaftlichen Interessensvertretungen, die Hauswirtschaft in das heutige Berufsbildungsgesetz einzubinden (Link zum BGB). Die aufwändige Arbeit zur Verankerung der Hauswirtschaft, die bereits 1914 begann hat sich mehr als bezahlt gemacht.

1971
Dem bkh gelingt es, die Besoldungsgrundlage für katholische Pfarrhaushälterinnen in Bayern abzusichern. Sie wird zwischen dem Klerusverband e.V. in satzungsgemäßer Vertretung der katholischen Priester in Bayern und dem bkh in satzungsgemäßer Vertretung der dem Verband angeschlossenen Berufsgemeinschaften der katholischen Pfarrhaushälterinnen in Bayern vereinbart. Der geschlossene Vertrag tritt ab 1. Januar 1972 in Kraft.
Otti Scholz wird neue Bundesvorsitzende im bkh (1971 – 1975).
Auf dem Delegiertentag in Mainz kommt es zur kritischen Überprüfung der im Verbandsnamen verankerten Bezeichnung „Hausgehilfinnen“. Dank des Einsatzes für verbesserte Berufsausbildung ist in der Hauswirtschaft eine Vielzahl qualifizierter Berufsbilder entstanden.

1972
Die Umbenennung in “Berufsverband Katholischer Arbeitnehmerinnen in der Hauswirtschaft in Deutschland e. V.”, kurz bkh, bringt das veränderte Verständnis seiner Mitglieder zum Ausdruck

1975
Emma Erath wir neue Bundesvorsitzende im bkh (1975 – 1986).
Erstmals kann ein Tarifvertrag für Anstaltshaushalte geschlossen werden. Hauswirtschaftliche Mitarbeitende des bkh-Seniorenpflegeheims “Zitaheim” in München sind die ersten Nutznießer. Am 1. Oktober 1975 tritt der erste Mantel- und Lohntarifvertrag zwischen dem bkh e. V. und dem Sozialausschuss e. V. der in der Diözese München-Freising wohnenden Mitglieder des Berufsverband Katholischer Arbeitnehmerinnen in der Hauswirtschaft in Deutschland e. V. (vormals “Sozialausschuss der katholischen Hausgehilfinnenvereine” in München e. V.) als Arbeitgebervertreter in Kraft. In den Folgejahren werden die Verträge stetig verbessert.

1986
Elisabeth Engl wird neue Bundesvorsitzende im bkh (1986 – 1990).

1990
Brigitte Rüb-Hering wird neue Bundesvorsitzende im bkh (1990 – 2010).

1994
bkh-Bundesvorsitzenden Brigitte Rüb-Hering formuliert ein Positionspapier zur Reform des Mutterschutzgesetzes und fordert einen Kündigungsschutz für vollzeitbeschäftigte, schwangere Arbeitnehmerinnen in Privathaushalten, die Gleichstellung mit allen anderen Arbeitnehmerinnen, Informations- und Beratungspflicht und einen vorrangigen Anspruch auf eine Sozialwohnung. Während Arbeitnehmerinnen in anderen Berufen Mutterschutz in Anspruch nehmen können, besteht für hauswirtschaftliche Arbeitnehmerinnen bis in die 90er Jahre kein Recht auf Weiterbeschäftigung nach dem Mutterschutzgesetz. Arbeitgeber hatten sogar das Recht, Angestellten nach Ablauf des 5. Schwangerschaftsmonats die Kündigung auszusprechen. Der in Regensburg stattfindende Meister*innenkurs unter Leitung von Brigitte Tarras hatte auf die Brisanz des Themas aufmerksam gemacht. Wichtige Gesprächspartnerin für den bkh war Maria Eichhorn, MdB (CSU).

1996 
Der Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit Vorsitzender Dr. Edith Niehuis und seinen Mitglieder Dr. Marliese Dobberthien (SPD), Maria Eichhorn (CSU), Rita Grießhaber (Bündnis 90/Die Grünen), Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), Heidemarie Lüth (Die Linke, zuvor PDS und SED) beschließt am 13. November 1996 im Bundestag das Gesetz zur Verbesserung des Mutterschutzes (Download als pdf), am 19. Dezember stimmt der Bundesrat dem Gesetz zu. Das Gesetz tritt am 01.01.1997 in Kraft. 

1999
Engagierte Verbandsfrauen schaffen neue, zukunftsfähige Strukturen, um gemeinsam für die Hauswirtschaft einzustehen und die Hauswirtschaft politisch nach außen zu vertreten. Am 14 . Januar 1999 findet die Gründungsversammlung der Bundesarbeitsgemeinschaft hauswirtschaftlicher Verbände und Organisationen (BAG-HW) in Frankfurt am Main statt. Der bkh ist Gründungsmitglied zusammen mit zehn weiteren Bundesverbänden und fünf Landesarbeitsgemeinschaften. Bei der Wahl des Vorstands wird Brigitte Rüb-Hering Vorsitzende. Ihre Stellvertreterinnen sind Martina Feulner (DVC), Johanna Ittner (BaylaH) und Elfriede Schröder (MdH). In den Jahren vorher hatten bereits zwei Dachorganisationen die Vernetzung der Verbände voran gebracht: die Bundesstelle für hauswirtschaftliche Berufsbildung (1956 – 1973) und die Arbeitsgemeinschaft Hauswirtschaft, kurz AgH, (1973 – 2000). Ihre Erfahrungen halfen, die BAG-HW sinnvoll aufzubauen.

2002
Die Homepage des bkh geht online.

2004
Eine schwere Entscheidung steht bevor: Der Sozialausschuss e. V. der in der Diözese München-Freising wohnenden Mitglieder des Berufsverband Katholischer Arbeitnehmerinnen in der Hauswirtschaft in Deutschland e. V. als Träger der beiden Alterswohnheime, hat nicht genügend Rücklagen gebildet, um die anstehenden Sanierungskosten zu finanzieren. Das Notburga- und das Zitaheim gehen an die Caritas. Das Zitaheim muss schon bald einem neuen Studentenwohnheim weichen. Die bkh-Zentrale zieht 2005 in die Dantestraße 25 um.

2006 
Der Berufsverband verhandelt erstmals Verträge nach § 132 SGB V für die Pflichtleistung “Haushaltshilfe” mit der AOK Bayern und den bayerischen Ersatzkassen, organisiert im Verband der Angestellten Krankenkassen e. V. (VdAK, seit 2009 Verband der Ersatzkassen e. V., kurz vdek). Im selben Jahr Gründung des Selbstständigen-Netzwerks Hauswirtschaftliche Dienstleistungen im bkh. Damit reagiert der bkh auf den veränderten Arbeitsmarkt für hauswirtschaftliche Fachkräfte in Privathaushalten.

2010
Heidrun Berger wird neue Bundesvorsitzende im bkh (2010 – 2018).

2013
Optimierung der bkh-Webseite und Einbettung des bkh-Netzwerks Hauswirtschaftliche Dienstleistungen im bkh, um das hauswirtschaftliche Fachservice-Angebot besser kommunizieren zu können und eine seriöse Benutzeroberfläche für Anbieter und Nachfrager zu schaffen.

2014
Der bkh erarbeitet ein Leitbild und beschließt es auf seiner Mitgliederversammlung.

2015 / 16 
Der Berufsverband stimmt auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung mit überwiegender Mehrheit für die Umbenennung des Verbands in “bkh Berufsverband für Angestellte und Selbstständige in der Hauswirtschaft e. V.” (bkh) und trägt damit dem Anliegen Rechnung, die Arbeit und Mitgliedschaftsmöglichkeiten des bkh (Frauen wie Männer, Beschäftigte wie Selbstständige, konfessionell unabhängige Vertretung des Berufsstands) über den Namen korrekt zu kommunizieren. Ab Februar 2016 ist der neue Name im Registergericht eingetragen.

2016
Am 19. November gründen zehn hauswirtschaftliche Organisationen, darunter auch der bkh, die neue Organisation “Deutscher Hauswirtschaftsrat e. V. Mit der Gründung und der gut durchdachten Struktur ist eine wichtige Grundlage für die Zusammenarbeit hauswirtschaftlicher Verbände und für professionelle Lobbyarbeit in Gesellschaft und Politik zur Verbesserung der hauswirtschaftlicher Berufe geschaffen. Verbände arbeiten fortan in Sektionen zu Themenblöcken wie hauswirtschaftliche Berufsbildung, haushaltsnahe Dienstleistungen, hauswirtschaftliche Dienstleistungsbetriebe oder Nachhaltigkeit zusammen. 
Anstoß für die Gründung des Deutschen Hauswirtschaftsrats gab das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im März 2015 anlässlich der Berliner Fachtagung zur ZSF-Verbleibstudie „Hauswirtschaft als Spiegel gesellschaftlicher Herausforderungen“. Dort forderte Dr.-Ing. Anette Rückert, Referatsleiterin “Berufliche Bildung im Dienstleistungsbereich, Meisterprüfungen” im BMWi alle Aktiven der Branche auf, sich zu verbünden und mit einer Stimme zu sprechen, wenn ihre Anliegen gegenüber Politik und Öffentlichkeit gehört werden sollen (Link zum BMWi oder Download als pdf). 

Die Zeit war reif für Veränderungen
Mit den Worten „Wir wissen es schon lange und es gab schon mehrere Anläufe, die unterschiedlichen Beteiligten am Thema Hauswirtschaft zusammenzubringen“ stellte im September 2015 eine kleine Gruppe hauswirtschaftlicher Akteurinnen ihre Überlegungen zur Bündelung der Außenvertretung der Hauswirtschaft mit dem Papier „Hauswirtschaft 4.0“ auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft (dgh) vor. Der Vorschlag beinhaltete die Neugestaltung eines Dachverbundes oder einer verbindlichen Dachorganisation. Alle derzeit bestehenden Verbände, Organisationen und Zusammenschlüsse sollten weiterarbeiten wie bisher und bestehende Kooperationen nutzen, sich aber im Verbund zusammenschließen. 
Eine von der dgh benannten Arbeitsgruppe hat dann unter aktiver Mitwirkung vieler Verbände in der Hauswirtschaft eine Diskussion angestoßen mit dem Ziel einen Zusammenschluss ähnlich der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) oder des Deutschen Frauenrates zu gründen.
Quelle: Geschäftsbericht des Deutschen Hauswirtschaftsrats 2017/18

Der Blick in die lange Geschichte des bkh zeigt auch, dass wichtige Ziele durch das gute Zusammenwirken möglichst vieler hauswirtschaftlicher Organisationen besonders gut erreicht werden könnnen.

2018
Am 28. Mai 2018 wird im Tarifvertrag für hauswirtschaftliche Beschäftigte in Privathaushalten und haushaltsnahen Dienstleistungsunternehmen erstmalig eine tarifliche Stufenregelung verankert. Im Zuge wird die Möglichkeit zur schnelleren tariflichen Höherstufung durch Weiterbildung verankert. Es wird ein Bildungsleitfaden verabschiedet und das bkh-Zertifikat “Weiterbildung Hauswirtschaft” als anerkannte Zusatzqualifikation
Carmen Kappler
wird neue Bundesvorsitzende im bkh (2018 – heute). Mit viel Engagement führt sie die Geschicke des bkh weiter in die Zukunft und widmet sich u.a. der großen Herausforderung “Digitalisierung”.

Durch die Jahre

Zahlreiche Verträge wurden verhandelt, verbessert und geschlossen

Seit 1965 im Turnus von 1-3 Jahren bundesweite Tarifverträge für hauswirtschaftliche Beschäftigte in Privathaushalten und haushaltsnahen Dienstleistungsunternehmen.
Seit 1971 im Turnus von 1-3 Jahren Tarifverträge für katholische Pfarrhaushalte in Bayern.
Seit 2006 im Turnus von 1-3 Jahren Verträge nach Sozialgesetzbuch.

Zahlreiche Veranstaltungen initiierte der bkh, darunter die großen Jahrestagungen, die sich aktuellen Themen der Hauswirtschaft widmeten wie z.B.:

1909-1913 “Der Kampf gegen die gewerbliche Stellenvermittlung (“gewerbsmäßige Gesindevermieterinnen, die sich als wirtschaftlicher und sittlicher Krebsschaden für die Hausgehilfinnen erwiesen”) und das Versicherungswesen”
1921 “Das Rechtsverhältnis im Hausverdienst und das geplante Hausgehilfengesetz” in Frankfurt 
1926 “Die Berufsausbildung der Hausgehilfin” in Heidelberg
1928 “Das Berufsbildungsgesetz” in Würzburg
1930 “Der soziale, wirtschaftliche und berufliche Aufstieg der Hausgehilfin” in Wiesbaden
1957 “Warum ist die Berufsausbildung für uns Hausgehilfinnen so wichtig?” zum goldenen Jubiläum in Karlsruhe
1961 “Es geht nicht ohne uns!” in Fulda 
1963 “Unsere Dienste und Rechte in der Gesellschaft heute” und “Unser Verband und das Streikrecht” in Essen
1965 “Gerechtigkeit schafft Ordnung” in Hildesheim
1977 “Unser Berufsverband – Auftrag in die Zukunft” in Bonn
2003 “Grauzone Privathaushalt – Solidarität für Arbeitnehmerinnen in der Hauswirtschaft” in München
2004 “Grauzone Privathaushalt” in München
2005 “Menschenwürde und Menschenrechten im Arbeitsmarkt Privathaushalte” in München
2011 “Moderne Putzperlen und House-Manager im Dienstleistungssektor Privathaushalt” in München.
2015 “Ambulante Wohnkonzepte für hilfebedürftige und an Demenz erkrankte Menschen” in Kevelaer
2017 “Gutscheinmodell für haushaltsnahe Dienstleistungen – ein Modellprojekt” zum 110-jährigen Jubiläum in Anzing
2019 “Frauen führen anders” – Ableitungen für Strategien in der Branche Hauswirtschaft in München.